Die verdammt blutige Geschichte der Antike
Blut, Macht und ziemlich schlechte Manieren
Antike klingt nach alten Steinen und endlosen Jahreszahlen? Ein Buch von Michael Sommer und Stefan von der Lahr zeigt, wie viel Drama in dieser Epoche steckt.
Schon der Titel macht eine klare Ansage: «Die verdammt blutige Geschichte der Antike – ohne den ganzen langweiligen Kram». Wer dabei an friedliche Philosophen zwischen weissen Marmorsäulen denkt, muss dieses Bild schnell korrigieren. Hier geht es um Kriege, Intrigen und die Frage, wie weit Menschen für Macht gehen.
Die beiden Autoren führen durch die griechische und römische Geschichte und richten den Blick besonders auf deren brutale Seiten. Die vermeintlichen Helden der Vergangenheit kommen dabei keineswegs immer gut weg. Hinter grossen Namen und berühmten Siegen stecken schliesslich oft Gewalt und das Leid anderer Menschen.
Das Besondere ist der Ton: Die Autoren erzählen locker, frech und mit schwarzem Humor. Dadurch wirkt die weit entfernte Vergangenheit überraschend zugänglich. Der Ansatz dürfte gerade diejenigen ansprechen, die bei einem klassischen Geschichtsbuch schon nach wenigen Seiten abschalten.
Allerdings lässt sich auch über dieses Konzept streiten. Werden Grausamkeiten durch einen witzigen Ton zu harmlos? Und entsteht durch die Konzentration auf Blut und Macht ein einseitiges Bild? Zur Antike gehören schliesslich auch Alltag, Kunst und wissenschaftliche Entdeckungen. Der provokante Untertitel wirft deshalb eine gute Frage auf: Ist alles, was ohne Mord und Schlachten auskommt, wirklich langweilig?
Fazit: Ein ungewöhnlicher Zugang zur Antike für alle, die Geschichte gern mit Spannung und einer Portion schwarzem Humor entdecken. Die Mischung aus Wissen und Unterhaltung macht neugierig – sollte aber auch dazu anregen, hinter die spektakulären Geschichten zu schauen. Denn die Vergangenheit hat mehr zu bieten als ihre schlimmsten Blutbäder.
Michael Sommer / Stefan von der Lahr: «Die verdammt blutige Geschichte der Antike – ohne den ganzen langweiligen Kram», Verlag C.H.Beck.
DrD




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