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Das Organisationshirn der Schule: Ein Interview mit Frau Schaub

  • florianjutz
  • vor 4 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit

Wer sorgt eigentlich dafür, dass morgens eine Vertretung im Klassenzimmer steht, wenn ein Lehrer krank ist? Wer kümmert sich um unsere Zeugnisse und wer tröstet uns mit einer Wärmflasche, wenn es uns nicht gut geht? Wir haben uns mit Frau Choi Schaub, unserer Schulhaussekretärin, getroffen, um mehr über ihren Alltag zu erfahren. 

Der frühe Vogel fängt die Vertretung 

Frau Schaubs Arbeitstag beginnt schon, wenn die meisten von uns sich noch im Bett nochmal umdrehen oder hoffentlich schon aufgestanden sind: um 7:00 Uhr morgens. Ihre erste Amtshandlung ist der Blick auf die Krankmeldungen. Wenn eine Lehrperson morgens ausfällt, beginnt für Frau Schaub die Organisation. Bis um 8:00 Uhr muss eine Stellvertretung gefunden sein, damit der Unterricht reibungslos läuft. Das Organisieren ist ein großer Teil ihrer Arbeit. 

Von Notenkontrolllisten und Papierkram 

Neben der Organisation ist Frau Schaub auch die Herrin über die Papiere. Besonders stressig wird es zur Zeugniszeit. Sie überprüft, ob alle Noten eingetragen sind, führt die sogenannten „Notenkontrolllisten“ (ein Wort, das man tatsächlich mit drei L schreibt, wie sie lachend anmerkt) und druckt am Ende die Zeugnisse für die Transportmappen aus. Auch nachdem wir die Zeugnisse erhalten haben, geht ihre Arbeit weiter: Nach den Standortgesprächen kommen die unterschriebenen Zeugnisse zurück, werden eingescannt und im Schulportal digitalisiert. So können sie jederzeit wieder abgerufen werden, falls mal eines verloren geht. 

Vom Bücherregal ins Sekretariat 

Überraschenderweise hat Frau Schaub ursprünglich gar keine klassische kaufmännische Ausbildung (KV) gemacht. Sie ist gelernte Buchhändlerin und hat 20 Jahre lang in diesem Beruf gearbeitet. Der Wunsch nach einer Veränderung und nach familienfreundlichen Teilzeitstellen brachte sie schließlich ins Büro. Dabei mag sie das Schulhaussekretariat besonders gern. Im Gegensatz zu einem Anwaltsbüro, wo es oft sehr still zugeht, ist in der Schule immer etwas los – sei es Licht, das im Gang brennt, oder jemand, der dringend Hilfe braucht. Genau diesen Trubel schätzt sie. 

Was nervt und was spannend ist 

Auf die Frage, was sie weniger gerne macht, kommt die Antwort schnell: Buchhaltung. Rechnungen kontrollieren, Zahlungen freigeben und Lehrpersonen hinterherlaufen, die vergessen haben zu unterschreiben – das gehört definitiv nicht zu ihren Lieblingsaufgaben. Spannend (und manchmal nervenaufreibend) findet sie hingegen die Schulhaus-Räumungen. Als Teil des Kernteams für Sicherheit muss sie im Ernstfall oder bei Übungen den Überblick behalten, ob alle Klassen das Gebäude sicher verlassen haben. Aber auch die kleinen Dinge gehören dazu: Mal eine Wärmflasche organisieren oder einen Tee kochen, wenn es einem Schüler schlecht geht. 

Ein Wunsch an die Schülerschaft 

Zum Schluss hat Frau Schaub noch eine wichtige Bitte an uns Schülerinnen und Schüler. Sie wünscht sich einen freundlicheren Umgangston. Dass wir uns gegenseitig nicht beleidigen oder unschön miteinander reden, liegt ihr am Herzen – denn sie ist überzeugt, dass man mit Unfreundlichkeit im Leben nicht weiterkommt. Und: Ein bisschen weniger Geschrei in den Treppenhäusern wäre auch schön. 

Das Gespräch führten Nihant Parcha, Manasvi Rampuria und Selin Soysal 

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