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Zwischen Reparaturen und Respekt: Kevin Ammann, der Mann für alle Fälle im Interview 

  • florianjutz
  • 19. Jan.
  • 2 Min. Lesezeit

 

Ein Blick hinter die Kulissen: Unser Fachmann für Betriebsunterhalt spricht über seinen vielseitigen Alltag, gefährliche Momente und warum er eigentlich kein „Meister“ ist. 

Wer sorgt dafür, dass die Schule läuft? Wir haben uns mit unserem Hauswart Kevin Ammann zusammengesetzt und über einen Job gesprochen, der weit über das Leeren von Abfalleimern hinausgeht. Dabei haben wir erfahren, dass man ihn heute eigentlich ganz anders nennt. 

„Hausmeister“ war gestern 

Gleich zu Beginn stellt er klar: Die Bezeichnung „Hausmeister“ ist veraltet. Heute lautet der korrekte Titel Fachmann für Betriebsunterhalt. Trotz der Verantwortung im Betrieb sieht er sich selbst bescheiden: „Ich bin eigentlich kein Meister. Ich habe es einfach gelernt... aber Meister bin ich keiner“. 

Ein Alltag, der niemals gleich ist 

Sein Tag beginnt meist mit der Reinigung des Pausenhofs und dem Leeren der Abfalleimer. Doch was danach kommt, entscheidet oft der Zufall oder das, was gerade kaputtgeht. Die Liste seiner Aufgaben ist lang: 

  • Allerhand Reparaturen. 

  • Zusammenbau von Mobiliar, welches manche Lehrkräfte nicht selbst zusammengebaut bekommen. 😉 

  • Bereitstellen der Container für die Entleerung (welche manche Lehrkräfte nicht richtig befüllen können). 

  • Reinigung der WCs, falls mal etwas daneben geht. 

  • Allgemeine Sicherstellung des Schulbetriebs. 

Sein Antrieb? Die tägliche Herausforderung, etwas Defektes wieder ganz zu machen. „Man sieht am Ende, was man gemacht hat. Es hat wie ein Ziel“, erklärt er uns. 

Von fliegenden Glastüren und Amokdrohungen 

Auf die Frage nach seinem verrücktesten Erlebnis erinnert er sich an einen gefährlichen Zwischenfall: Im Erdgeschoss fiel plötzlich eine ganze Glastür aus der Verankerung. „Wenn das jemanden getroffen hätte, wäre es schlimm gewesen“, sagt er rückblickend. Weniger greifbar, aber ebenso verrückt waren die vielen Amokdrohungen, die es an der Schule gab. Für ihn ist das kein Spaß: „Wer denkt sich so einen Spaß aus? Es ist eigentlich gar keiner“. 

Ein Herz für (fast) alle: Lieblingsschüler und Lehrer 

Gibt es eigentlich „Lieblinge“? Bei den Schülern versucht er, alle gleich zu behandeln. Er glaubt nicht, dass er spezielle Lieblingsschüler hat, auch wenn das bei anderen Hauswarten vielleicht vorkommen mag. 

Bei den Lehrpersonen sieht es etwas anders aus: Es gibt Lehrer, mit denen er zwangsläufig mehr zu tun hat – wie zum Beispiel manche, welche ihn ständig anrufen. Zudem gibt es engere Kontakte zu Lehrkräften, die er schon aus dem privaten Bereich oder der Nachbarschaft kennt. 

Die Sache mit dem kaputten Schloss 

Die wohl lustigste Anekdote handelt von einem Schüler aus dem jetzigen dritten Kurs. Dieser war überzeugt, den falschen Schlüssel für sein Veloschloss dabei zu haben und bat den Hauswart, das Schloss zu knacken. Gesagt, getan. Später stellte sich heraus: Der Schlüssel war doch der richtige, er gehörte nur eigentlich einem Geschwisterteil und funktionierte deshalb erst beim zweiten Hinsehen. Da war das Schloss aber schon kaputt. 

Ein Appell an uns: Weniger Beleidigungen, mehr Respekt 

Wenn er eine Sache am Verhalten der Schüler ändern könnte, wäre es der Umgangston. Er wünscht sich, dass die gegenseitigen Beleidigungen aufhören. „Respekt ist sehr wichtig untereinander, egal ob zwischen Schülern oder Erwachsenen“, betont er zum Abschluss. 

Auch wenn die Schule der Zukunft technischer wird und vielleicht alles über das Handy läuft – er ist überzeugt: Einen Menschen, der vor Ort Dinge repariert, kann kein Roboter ersetzen. 

Das Gespräch führten Selin Soysal und Manasvi Rampuria 

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